Weihnachtskollektion 2011
Meine allererste Großproduktion
"Dieses Jahr verschenke ich Pralinen zu Weihnachten!"
Das sagte ich im September zu Lars, hatte bis dahin aber noch nie Pralinen gemacht...
Hochmut kommt vor dem Fall? ![]()
Gut, ich hab dann zweimal vor der großen Aktion geübt (s. erste Gehversuche) und auch viele wichtige Dinge gelernt - vor allem:
- Hab Geduld mit der Kuvertüre für den Überzug.
- Pralinenkörper wirklich erst in die temperierte Zartbitter-Kuvertüre tauchen, wenn das Schokoladenbad zarte 32°C erreicht hat - schon bei 33°C kann der Überzug nach dem Kristallisieren graue Schlieren bilden...

Das Grundwissen war also ungefähr da, die Idee war immer noch im Kopf, man kann ja mal genauer über die Weihnachts-Pralinen nachdenken...:
- Welche Pralinen macht man denn nu?
- Was könnte so schmecken?
- Wie viele Leute sind zu beschenken?
- Wie verpackt man die am Besten?
- Wie soll die Deko für die einzelnen Sorten aussehen?
Fragen über Fragen...
Es hieß dann erstmal Bücher wälzen und alles mit Post-Its versehen was gut aussah, sich gut las und gut schmecken könnte. Dann die finale Auswahl treffen - hier gab es Unterstützung durch Lars. Wir haben 12 unterschiedliche Sorten rausgesucht. Das war Mitte November.
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Nachdem klar war, wer denn alles beschenkt werden soll (25 Personen) und die Mengen der Zutaten ermittelt war, wurde die große "Schokoladenbestellung" bei Pralinenwerkzeug aufgegeben (Ende November).
Es trudelten dann Mitte Dezember
- 5 kg Kuvertüre
- 16 Geschenkschachteln
- 400g Nougat
- 800g Marzipan
- Blattgold
- Strukturfolie
- Motivfolie und
- ein Temperiergerät (war recht günstig - musste ich mitbestellen
)
ein. ![]()
Die Umsetzung fand dann vom 18.12.2011 bis zum 21.12.2011 statt:
Ca. 30 Stunden Pralinenwahnsinn mit schmerzenden Füßen,
(ja, ich bin ein Büromensch und ja, ich bin es nicht mehr gewohnt so lange am Stück zu stehen)
manchem Fluchen
(fertige Praline ist wieder von der Gabel in die temperierte Kuvertüre gerutscht)
und den ein oder anderen interessanten Effekt
(z. B.: läuft Eierlikör-Canache in die Kuvertüre für den Überzug hat man verloren
)
Und tadaaaa... diese Weihnachtspralinen gab es in meiner ersten Pralinenkollektion:
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Das Beiblatt zur Geschenkverpackung hat übrigens mein Larsfür mich gemacht (danke Lars
)
Hier findet Ihr Rezepte zu den Pralinen, einfach mal ein wenig stöbern ![]()
Mein Fazit zu meiner Pralinenauswahl, nachdem ich jede Praline gekostet habe:
- Safrantrüffel - nicht meins
(für andere war sie mit einer der besten der Kollektion...) - Knusperpralinen - bitte mehr davon, ich seh auf Waffelbruch...
- Zimtpralinen mit Sesamkrokant - meine Profibackmatte hab ich zwar beim Krokantschneiden eingebüst, aber sie war trotzdem ganz fein und lecker

- Nougat-Pralinen - sortiert ins Mittelfeld
- Marzipan mit gebrannten Mandeln - hmmmmm
- Vanille-Marzipan mit Himbeer-Canache - Wie? Schon alle? na toll

- Klötenköm-Herzen - ganz nett

- Amaretto-Sahne-Trüffel - auch ins Mittelfeld
- Amarena-Traum - wir beiden haben bei der Herstellung miteinander gekämpft, aber lecker war sie dann doch

- Schwarztee-Kardamon-Trüffel - hmmmmm
- Himbeer-Frucht-Pralinen - meine Königin - saulecker

- Limette-Sahne-Trüffel - ähm, naja (s. Safranpraline)
Bevor ich vor zehn Tagen anfing Pralinen selber zu machen, hab ich viel über Pralinenmachen gelesen... Ich hab Bücher gekauft (Pralinen und Konfekt von GU und Feinste Pralinen selbst gemacht vom Pralinenclub). Ich hab im Internet gestöbert - okay, ich habs versucht - war da aber nicht so erfolgreich wie erhofft. Ich war in der Stadtbücherei...
Ich wusste also theoretisch ungefähr, was so zu beachten ist. Praktisch sieht es ja bekanntlich meist anders aus ![]()
Z. B. sollte man mit weißer Kuvertüre anfangen, da hier Temperierfehler optisch nicht auffallen.
Gut, dass ich diesem Hinweis gefolgt bin - beim ersten Gehversuch hab ich viel falsch gemacht... *hüstl* ![]()
Meine ersten Pralinenkollektion bestand aus den Pralinensorten Himbeere und Cappuccino. Beide Rezepte waren aus dem Buch Pralinen und Konfekt:
- Beide Pralinen sind mit weißer Kuvertüre überzogen
- Die Anleitungen erschienen mir sein "nachmachbar"
- Die Zutaten konnte man auch schnell besorgen
Für die Himbeerpraline war zuerst die Himbeerfüllung herzustellen. Also Topf auf den Herd, TK-Himbeeren rein, etwas Zucker und Zitrone ran und kochen. Danach war die eingekochte Himbeersoße noch durch ein Sieb zu passieren - man will ja schließlich nicht auf Himbeerkörnern rumkauen. Der erste Teil war gut zu meistern, nicht anders als Sauce für Panna Cotta kochen. *läuft* ![]()
Als nächstes kam nun die die Canache selber dran: Weiße Kuvertüre in gekochter Sahne auflösen und das Himbeermark einrühren. Das war auch leicht. *juchuuuu*
Also bis hierhin lief alles wie am Schnürchen - erst danach begann das erste Chaos... ![]()
Chaos-Faktor 1 - Hohlkugeln befüllen:
Mit ungeübter Hand sind natürlich die ersten 5 Hohlkugeln übergelaufen und haben die Nachbarkugeln mit beschmutzt. Nachdem ich alle Hohlkugel nach einer gefühlten Ewigkeit gefüllt hatte, hab ich die bematschten Kugeln erstmal gesäubert, weil ich Angst hatte, dass später die temperierte Kuvertüre nicht halten könnte.
Chaos-Faktor 2 - Hohlkugeln verschließen:
Als nächstes galt es die Hohlkugeln mit je einem Tupfen weißer Kuvertüre zu verschließen. Entweder war der Tupfen so groß, dass die Kugel eher einem Ei glich oder der Tupfen war zu klein, so dass die Kugel nicht komplett geschlossen war. Aber auch das war dann geschafft - gut die Arbeitsplatte sah aus wie Sau, aber wozu gibt es schließlich Wasser und Seife? ![]()
Chaos-Faktor 3 - Hohlkugeln mit temperierter Kuvertüre überziehen:
Jetzt begann die wirkliche Kür... Die Kuvertüre war (fast) so temperiert, wie ich es gelesen hab. Da aber immer etwas Ungeduld bei den ersten Gehversuchen dabei ist, war die Kuvertüre natürlich nicht so, wie sie sein sollte. Die ersten Kugeln vielen immer wieder in die Kuvertüre, der Überzug wurde zu dick und gleichmäßig glatt waren die Dinger dann auch nicht. Es waren immernoch die Zacken der Pralinengabeln zu sehen... Ich hab denn zum Schluss einfach über alle Pralinen ein wenig weiße Kuvertüre als Deko träufeln lassen - so sah das Ganze fast aus wie gewollt und nicht wie gewollt und nicht gekonnt
*gnihihihihiiiiii*
Was hab ich für den zweiten Durchgang - die Cappuccino-Pralinen - mir gemerkt? Geduld... das wird schon.
Also ran ans nächste Werk. Die Canache war wieder leicht herzustellen, das Befüllen ging auch besser (nur 3 Hohlkugeln sahen diesmal etwas bekleckert aus). Wieder Tupfen drauf und diesmal die Kuvertüre sorgfältiger temperiert. Die Arbeitsabläufe gingen flüssiger von der Hand, die Oberfläche der Pralinen wurde glatter - die Kuvertüre war trotzdem zu dick. Egal ![]()
Fazit zu meinen ersten Gehversuchen:
- Pralinenherstellung benötigt Ruhe und Geduld.
- Kuvertüre muss richtig temperiert sein.
- Eine ruhige Hand ist von Vorteil.
- Wenn man nicht jedes genutzte Utensil sofort wegräumt sieht die Küche schnell aus wie Sau.
- Pralinenmachen macht Spaß

Ach ja, auch wenn die Himbeer-Pralinen nicht meinen Geschmack trafen, kamen sie dennoch gut bei anderen an - weiß auch nicht, was ich hier falsch gemacht habe *achselzuck* ![]()













