Allgäu-LI-ne | Tonka und Holunderblüte
Eine kleine Liebeserklärung an das Allgäu
Guten Tag! Mein Name ist Nele und ich bin eine geborene Schleswig-Holsteinerin, genauer gesagt gebürtige Matzwitzerin.
Matzwitz ist ein seeeehr kleines Dorf in der Schleswig-Holsteinischen Schweiz. Auf der einen Seite neben Matzwitz ist die Ostsee und auf der anderen Seite befindet sich das Gut Panker. Das Gut Panker kann Dir evtl. bekannt vorkommen, denn hier gibt es das bekannte Restaurant Ole Liese. Aber ich schweife ab. Ich war gerade bei Matzwitz.
Matzwitz ist eher ein Flecken. Aber es hat ein eigenes Ortsschild. Hier habe ich die ersten drei Jahre meines Lebens verbracht, bis wir nach Niedersachsen umsiedelten. Auch wenn ich nur sehr kurz und sehr früh in Schleswig Holstein gelebt habe, sind zwei Dinge geblieben:
1. Ich liebe die See!
Egal wie das Wetter auch ist, ich muss unbedingt zum Wasser, wenn wir mal wieder oben in Schleswig Holstein sind. Es gibt dann nichts Besseres, als die Nase in den Wind zu halten, in die Ferne zu schauen und am besten noch mit den Füßen im Wasser zu stehen.
2. Ich verfalle in mein Schleswig-Holstein-Gen, welches tief in mir drin sitzt, sobald wir die Bundeslandgrenze überfahren (ist übrigens sehr gut am Asphalt erkennbar). Ich werde dann einfach norddeutsch tiefenentspannt. Die Schleswig-Holsteiner haben einfach die Ruhe weg. ![]()
Ergo, ich liebe den Norden und kann nichts mit Bergen anfangen. Das mit den Bergen dachte ich, das dachte ich wirklich... bis ich letztes Jahr das erste Mal Pimpi-MEL-la im Allgäu besuchte. Seit dem ich regelmäßig im Allgäu. Und ja, ich habe mich ein wenig in das Oberallgäu verliebt. Schön ist es da. Entspannend ist es da. Kulinarisch spannend ist es da. Gastfreundlich und offen ist es da. Und ich als Nordlicht habe sogar ein Dirndl getragen und mich dabei wohl gefühlt! Hallo? Ich? Ich Nordlicht? ![]()
Unseren letzten Urlaub haben Lars und ich im Allgäu, genauer gesagt in Altusried, verbracht. Das war Mitte/Ende Mai, direkt zur ersten Heuernte. Überall waren Trecker unterwegs und zogen ihre Bahnen auf den Feldern. Teilweise waren es auch mehrere Trecker gleichzeitig, die ballettartig ein Feld bearbeiteten. Und morgens hörte man von der Nachbarwiese die Kuhglocken. Das war sooooo friedlich! Und der Duft, der in der Luft lag, war faszinierend.
Nein, es war nicht der Duft der Kuhwiese! Es war der Duft von frisch gemähtem Heu. Mich erinnerte der Duft des frisch geschnittenen Allgäuer Heus an frischgeriebene Tonkabohnen. Und diesen Duft habe ich versucht in dieser Praline einzufangen:
Eine luftig-leichte, helle Buttercanache mit etwas Tonka und Holunderblütenlikör, getaucht in Zartbitterkuvertüre, dekoriert mit kleine Blüten oder gewälzt in feinem Kakao...
Melanie kam auf den passenden Namen Allgäu-LI-ne. Hier kommt sie also. Meine kleine Hommage an das Allgäu. ![]()
Allgäu-LI-ne
Tonka | Holunderblütenlikör
Zutaten
100 g Sahne
200 g temperierte weiße Kuvertüre
1/2 geriebene Tonkabohne
2 cl Holunderblütenlikör
100 g kräftig aufgeschlagene Butter (ist fast weiß)
ca. 300 g temperierte Zartbitterkuvertüre
getrocknete, essbare Blüten
2 Teile Kakaopulver und 1 Teil Puderzucker, gut vermischt
Zubereitung
Die Sahne in einem kleinen Topf zusammen mit der geriebenen Tonkabohne aufkochen, vom Herd nehmen und etwas ruhen lassen. Die noch heiße Sahne mit der Drei-Drittel-Methode zusammen mit der Kuvertüre glatt rühren. Den Holunderblütenlikör unter die Kouvertüre rühren.
Die weiße Canache auf ca. 28°C abkühlen lassen und vorsichtig mit der aufgeschlagenen Butter vermengen. Die nun fertige Butter-Canache kann zu handgerollten Trüffeln verarbeitet oder in Hohlkugeln (Truffes) gefüllt werden.
Handgerollte Trüffel
Hierzu die Butter-Canache in einen Spritzbeutel mit runder Tülle einfüllen. Gleichmäßige Tupfen auf ein Backpapier setzen. Die Tupfen im Kühlschrank erstarren lassen.
Die temperierte Zartbitterkuvertüre, Blüten und die Kakaomischung bereitstellen. Die Tupfen mit der temperierten Kuvertüre überziehen (geht am Besten mit Handschuhen), auf Backpapier absetzen und mit ein paar Blüten bestreuen oder in der Kakaopulver-Mischung wälzen. Aushärten lassen, fertig. ![]()
Truffes
Die Butter-Canache in einen Spritzbeutel ohne Tülle füllen. Die Spitze abschneiden und die Canache in die bereitstehenden Zartbitter-Hohlkugeln bis kurz unter den Rand füllen. Die Hohlkugeln eine Stunde ruhen lassen und dann mit temperierter verschließen.
Die Hohlkugeln mit temperierter Kuvertüre überziehen (geht am Besten mit Handschuhen), auf Backpapier absetzen und mit ein paar Blüten bestreuen oder in der Kakaopulver-Mischung wälzen. Aushärten lassen, fertig. ![]()
Schokoladige Grüße ![]()
PS:
Man hat mir gerade geflüstert, dass das Wort Trecker im Allgäu nicht verwendet wird. Das heißt Bulldogs... Äaaaaaahhhh, nein. Das sind Trecker. Da bin ich dann doch zu norddeutsch. ![]()


